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110-kV-Leitung Twistetal - Paderborn/Süd

Die Energiewende mit dem Ausbau regenerativer Stromerzeugungsanlagen erfordert einen Aus- und Umbau von Netze und ihre Verknüpfungspunkten. Für das 110-Kilovolt (kV)-Netz sind langfristige Planungen erforderlich, um in der Region erzeugte regenerative Energie in das Höchstspannungsnetz übertragen. Für das Leitungsbauprojekt Twistetal - Paderborn/Süd, bei dem ein trassengleicher Ersatzbau geplant ist, haben wir zahlreiche Informationsveranstaltungen vor Ort geplant.

Geplante Informationsveranstaltungen

Wir laden Sie herzlich zu unseren Informationsveranstaltungen ein. Dort können Sie sich an den folgenden Veranstaltungsterminen jeweils von 16:00 bis 20:00 Uhr mit unseren Experten zum geplanten Ersatzbau austauschen.

Eine sichere und kostengünstige Versorgung mit elektrischer Energie ist der gesetzliche Auftrag der Avacon Netz GmbH. Um das Verteilnetz der 110-kV-Ebene betriebssicher zu halten, sind regelmäßige Bau- und Wartungsarbeiten an Leitungen und Anlagen erforderlich. Um den Betrieb der 60 Jahre alten Leitung zu gewährleisten, müssen Maste und Beseilung ersetzt werden.

Die 47 Kilometer lange Leitung verläuft vom hessischen Twistetal, Nähe Korbach, ins nordrhein-westfälische Paderborn. Die Strecke in Hessen verläuft auf einer Länge von neun Kilometern durch den Landkreis Waldeck-Frankenberg bis zum angrenzenden Bundesland. Der Großteil von 38 Kilometern zieht sich durch den Hochsauerlandkreis sowie den Landkreis Paderborn in Nordrheinwestfalen.

Noch vor dem Planfeststellungsverfahren startet Avacon erste Vorarbeiten, beispielsweise Baugrundvoruntersuchungen oder Kartierungen. Zusätzlich werden erste Planungsdialoge mit Gemeinden und Landkreisen zur Entwicklung der Grobtrassierung durchgeführt.

Download der Gesamtübersicht

Download der Übersichtskarte Hessen

Download der Übersichtskarte NRW 1

Download der Übersichtskarte NRW 2

Die geplante 110-kV-Leitung wird als Doppelleitung mit zwei 110-kV-Systemen mit je 3 Phasen trassengleich errichtet. Die neuen Maste im sogenannten Donaumastprofil, werden mit feuerverzinktem Stahl errichtet. Die durchschnittliche Höhe beträgt rund 35 Meter. Die tatsächliche Höhe der einzelnen Maste richtet sich jedoch nach dem Geländeverlauf. Wir planen unsere Leitung mit einem Mindestbodenabstand von 8,50 Meter, um den Anforderungen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung unter den Leiterseilen Rechnung zu tragen.

Download - Tragmaste

Start- und Endpunkt der Leitung bilden zum einen das Umspannwerk „Twistetal“ im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg, sowie zum anderen das Umspannwerk „Paderborn Süd“ im Süden der Stadt.

Bei dem 380-/110-kV-Umspannwerk Twistetal handelt es sich um ein gemeinschaftliches Umspannwerk der Tennet TSO GmbH und der Avacon Netz GmbH. Es bildet damit einen Netzverknüpfungspunkt vom Hochspannungsnetz (110-kV-Netz) der Avacon zum Höchstspannungsnetz (380-kV-Netz) der Tennet.

Die 110-kV-Leitung Twistetal – Paderborn startet in dem 110-kV-Anlagenteil der Avacon. Im Rahmen des Leitungsersatzbaus sind hier nur kleine Umbaumaßnahmen notwendig.

Bestehendes Umspannwerk Twistetal
Bestehendes Umspannwerk Twistetal

Das Umspannwerk Paderborn Süd, gelegen südlich der B 64 und östlich der Borchener Straße in Paderborn, ist ein 110-/20-kV-Umspannwerk von Avacon Netz GmbH und der Westfalen Weser Netz GmbH (WWN). Es bildet einen wichtigen Knotenpunkt im 110-kV-Netz und eine wichtige Übergabestelle zum 20-kV-Mittelspannungsnetz der WWN.

Avacon plant derzeit die Erneuerung der gesamten 110-kV-Anlage, etwas verschoben auf dem gleichen Grundstück. Die Erneuerung ist im Zeitraum 2020 bis 2022 vorgesehen.

Bestehendes Umspannwerk Paderborn Süd
Bestehendes Umspannwerk Paderborn Süd

Gemäß § 43 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) bedürfen die Errichtung, der Betrieb und die Änderung von Hochspannungsfreileitungen mit einer Nennspannung ab 110 kV (ausgenommen Bahnstromfernleitungen) der Planfeststellung durch die nach Landesrecht zuständige Planfeststellungsbehörde. Zudem richtet sich die Durchführung des Planfeststellungverfahrens nach den Vorschriften der §§ 72 ff. des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG).

Durch den Verlauf der 47 Kilometerlangen 110-kV-Leitung von Twistetal nach Paderborn/Süd in Hessen und den Regierungsbezirken Arnsberg und Detmold in NRW ist auf Basis der Gebietsstruktur jeweils ein separates Planfeststellungsverfahren, d.h. insgesamt drei separate Planfeststellungsverfahren, vorgegeben.

Das Planfeststellungsverfahren zielt auf die Feststellung eines Planes ab, durch den ein bestimmtes raumbezogenes Vorhaben mit rechtsgestaltender Wirkung für zulässig erklärt wird.

Ein Verfahren erfolgt mit dem Antrag des Vorhabenträgers, hier Avacon Netz. Hierzu hat der Vorhabenträger umfangreiche Unterlagen einzubringen, die das Vorhaben ausführlich z.B. an Hand eines Erläuterungsberichtes, Lageplänen und Grundstückverzeichnissen beschreibt. Ferner werden die Eingriffe in die Umwelt auf Basis der gesetzlichen Anforderungen und abhängig von den lokalen Gegebenheiten innerhalb unterschiedlicher Umweltunterlagen (LBP, UVS, FFH-VP) bewertet. Der Umfang der Unterlagen und des Untersuchungsrahmens erfolgen im Vorfeld in Abstimmung mit der Planfeststellungsbehörde.

Innerhalb von drei Wochen nach Einreichung der Planfeststellungsunterlagen durch den Vorhabenträger veranlasst die zuständige Planfeststellungsbehörde die Auslage der vollständigen Unterlagen in den vom Vorhaben betroffenen Kommunen für einen Zeitraum von einem Monat.

Ab Beginn der Auslage besteht für jeden, dessen Belange durch die Planung berührt werden, bis für den Zeitraum von zwei Wochen nach Beendigung der Auslegung, die Möglichkeit sich zum Vorhaben zu äußern. Einwendungen, die nach Überschreiten dieser Frist eingereicht werden, können nicht mehr berücksichtigt bzw. eingeklagt werden.

Gleichzeitig erfolgt im Ermessen der Planfeststellungsbehörde u.a. die Beteiligung von Fachbehörden und anerkannten Naturschutzverbänden, deren Aufgabenbereich durch die Planung berührt werden. Die Beteiligten müssen innerhalb des Zeitraums von maximal drei Monaten eine Stellungnahme einreichen.

Die Stellungnahmen und Einwendungen werden von der Planfeststellungsbehörde gesammelt und dem Vorhabenträger zur Prüfung und Beantwortung zur Verfügung gestellt.

Der Erörterungstermin, sofern erforderlich, erfolgt i.d.R. spätestens drei Monate nach Ablauf der Einwendungsfrist. Zu der Erörterung wird von der Anhörungsbehörde der Vorhabenträger, die Genehmigungsbehörde, betroffene Behörden und Einwender eingeladen. (Aufgrund bundeslandspezifischer Unterschiede kann, aber muss nicht per se, die Planfeststellungsbehörde die Funktion der Anhörungsbehörde innehaben).

Innerhalb des Erörterungstermines werden die rechtzeitig abgegebenen Stellungnahmen und Einwendungen mit dem Vorhabenträger, den Behörden, den Betroffenen sowie den Einwendern erörtert. Sollten sich aufgrund der Erörterung Planänderungen ergeben, kann gegebenenfalls nochmals eine Beteiligung im Hinblick auf die Anpassungen der ursprünglich eingereichten Planfeststellungsunterlagen erfolgen.

Das Ergebnis des Erörterungstermins wird festgehalten und dient der Planfeststellungsbehörde letztendlich zur Abwägung aller im Verfahren zu berücksichtigenden Belange. Im Resultat wird durch die Planfeststellungsbehörde der Planfeststellungsbeschluss mit all seinen Rechtswirkungen erlassen. Die Planfeststellung hat hierbei Konzentrationswirkung und vereint die für den Bau erforderlichen Genehmigungen innerhalb einer Genehmigung, dem Planfeststellungsbeschluss. Etwaige Auflagen, die aus Sicht der Planfeststellungsbehörde zwingend durch den Vorhabenträger für die Umsetzung des Vorhabens zu berücksichtigen sind, finden sich innerhalb der Nebenbestimmungen des Planfeststellungsbeschlusses.

Download - Ablauf eines Planfeststellungsverfahrens

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