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110-kV-Leitung Twistetal - Paderborn/Süd

Die Energiewende mit dem Ausbau regenerativer Stromerzeugungsanlagen erfordert einen Aus- und Umbau von Netze und ihre Verknüpfungspunkten. Für das 110-Kilovolt (kV)-Netz sind langfristige Planungen erforderlich, um in der Region erzeugte regenerative Energie in das Höchstspannungsnetz übertragen.

Eine sichere und kostengünstige Versorgung mit elektrischer Energie ist der gesetzliche Auftrag der Avacon Netz GmbH. Um das Verteilnetz der 110-kV-Ebene betriebssicher zu halten, sind regelmäßige Bau- und Wartungsarbeiten an Leitungen und Anlagen erforderlich. Um den Betrieb der 60 Jahre alten Leitung zu gewährleisten, müssen Maste und Beseilung ersetzt werden.

Die 47 Kilometer lange Leitung verläuft vom hessischen Twistetal, Nähe Korbach, ins nordrhein-westfälische Paderborn. Die Strecke in Hessen verläuft auf einer Länge von neun Kilometern durch den Landkreis Waldeck-Frankenberg bis zum angrenzenden Bundesland. Der Großteil von 38 Kilometern zieht sich durch den Hochsauerlandkreis sowie den Landkreis Paderborn in Nordrheinwestfalen.

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Bohrgerät

Baugrunduntersuchungen für den Ersatzbau der 110-kV-Freileitung Twistetal-Paderborn/S starten

Die Avacon Netz GmbH plant als verantwortlicher Verteilnetzbetreiber den Ersatzbau der 110-kV-Hochspannungsleitung von Twistetal nach Paderborn. Im Rahmen weiterer Detailplanungen sind Baugrunduntersuchungen an den geplanten Maststandorten notwendig, welche ab April 2020 bis voraussichtlich Ende Juli 2020 durch die Firma Buchholz und Partner GmbH ausgeführt werden.

Für die Baugrunduntersuchung ist es erforderlich, die Grundstücke zu betreten sowie land- und forstwirtschaftliche Wege zu befahren, um an die Maststandorte zu gelangen. Welche Maßnahmen im konkreten Einzelfall durchgeführt werden, hängt von den örtlichen Gegebenheiten und den wetterbedingten Bodenverhältnissen ab.

Der Großteil der Untersuchungen entlang der Trasse wird mit Kleinrammbohrungen und schweren Rammsondierungen erkundet. Das dazu notwendige Raupen-Bohrgerät, wird in einem Kleintransporter auf möglichst befestigten Wegen zum Einsatzort gebracht. Der Transporter bleibt während der Erkundungsarbeiten am Feld- oder Wegesrand. Abseits der Wege erfolgt die Zuwegung zu den einzelnen Bohrpunkten mit der Raupe möglichst über die kürzeste Distanz - auch in Abstimmung mit dem Eigentümer oder Bewirtschafter. Da das Bohrgerät mit Gummiketten ausgestattet ist, kann eine Bodenverdichtung auf ein Minimum reduziert werden. Die Bohrungen mit einer geplanten Tiefe von ungefähr 6 Meter unter Geländeoberkante (GOK) werden jeweils 2 bis 3 Stunden dauern.

Bei schlecht tragfähigem Untergrund sind Tiefgründungen nötig, um die Lasten in tiefere und tragfähigere Bodenschichten zu verteilen. Dazu reichen die zuvor beschriebenen Kleinrammbohrungen nicht aus.

Drehbohranlage

Die Rotationskernbohrungen ermöglichen eine Probenentnahme bis zu einer Tiefe von ungefähr 20 Meter unter GOK. Das Bohrgerät ist auf einem Raupenfahrzeug installiert, welches mit einem LKW ebenfalls über vorhandene Straßen so nah wie möglich bis zum Bohrpunkt transportiert wird. Diese Sondierarbeiten erreichen eine tägliche Bohrleistung von 10 bis 15 Meter, sodass je Bohrpunkt mit einer Bohrdauer von 1 bis 2 Tagen gerechnet werden kann.

Bevor die Flurstücke für die Baugrunduntersuchung betreten und befahren werden, erfolgt eine telefonische Kontaktaufnahme zu den Eigentümern und Pächtern. Dabei können sie Hinweise und Wünsche zu möglichen Zuwegungen äußern und es ist möglich, die Bohr- und Sondierarbeiten vor Ort zu begleiten. Trotz größter Umsicht kann es vorkommen, dass Flurschäden durch die Baugrunderkundungen und den Transport der Bohrgeräte über die Zuwegungen entstehen. Die zuständigen Mitarbeiter dokumentieren den Schaden mit Fotos und einem Flurschadensprotokoll. Selbstverständlich wird der entstandene Flurschaden im Nachgang reguliert.

Die gewonnenen Erkenntnisse der Baugrunduntersuchung ermöglichen aussagekräftige Beurteilungen über die geologischen und hydrologischen Untergrundeigenschaften sowie dessen Tragfähigkeit. Ermittelt werden Bodenschichtung, Gesteinsarten, deren boden- und felsmechanische Eigenschaften und Lagerungs- sowie Grundwasserverhältnisse. Im Rahmen der Untersuchungen werden auch Boden- sowie Grundwasserproben entnommen, die anschließend im Labor bodenmechanisch und chemisch untersucht werden. Die Ergebnisse der ingenieurgeologischen Untersuchungen werden abschließend in einem geotechnischen Bericht zusammengefasst. Die darin enthaltenen Gründungsempfehlungen und Bodenkennwerte dienen als Grundlage für die weitere statische Fundamentplanung des geplanten Ersatzbaus.

Informationsveranstaltungen in 2019

In vier Bürgerinformationsveranstaltungen entlang der bestehenden Leitung zwischen den Umspannwerken Twistetal und Paderborn-Süd beantwortete Avacon die Fragen von Bürgerinnen und Bürgern. Über 200 Interessierte machten von dem Angebot in Bad Arolsen, Marsberg, Henglarn und Borchen Gebrauch. Im Zentrum des Interesses stand die technische Ausführung des Ersatzbaus: Fundamentierung, Höhe der Masten und Beseilung. Die Grundeigentümer fragten nach den Bedingungen der Neueintragung der Grunddienstbarkeiten für die Maststandorte und die Überspannung der landwirtschaftlichen Flächen.

Avacon und die von ihr beauftragten Dienstleister waren jeweils mit acht Personen vor Ort und gaben weitere Hinweise, so z.B. zum zeitlichen Ablauf des Planfeststellungsverfahrens.

Die geplante 110-kV-Leitung wird als Doppelleitung mit zwei 110-kV-Systemen mit je 3 Phasen trassengleich errichtet. Die neuen Maste im sogenannten Donaumastprofil, werden mit feuerverzinktem Stahl errichtet. Die durchschnittliche Höhe beträgt rund 35 Meter. Die tatsächliche Höhe der einzelnen Maste richtet sich jedoch nach dem Geländeverlauf. Wir planen unsere Leitung mit einem Mindestbodenabstand von 8,50 Meter, um den Anforderungen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung unter den Leiterseilen Rechnung zu tragen.

Download - Tragmaste

Start- und Endpunkt der Leitung bilden zum einen das Umspannwerk „Twistetal“ im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg, sowie zum anderen das Umspannwerk „Paderborn Süd“ im Süden der Stadt.

Bei dem 380-/110-kV-Umspannwerk Twistetal handelt es sich um ein gemeinschaftliches Umspannwerk der Tennet TSO GmbH und der Avacon Netz GmbH. Es bildet damit einen Netzverknüpfungspunkt vom Hochspannungsnetz (110-kV-Netz) der Avacon zum Höchstspannungsnetz (380-kV-Netz) der Tennet.

Die 110-kV-Leitung Twistetal – Paderborn startet in dem 110-kV-Anlagenteil der Avacon. Im Rahmen des Leitungsersatzbaus sind hier nur kleine Umbaumaßnahmen notwendig.

Bestehendes Umspannwerk Twistetal
Bestehendes Umspannwerk Twistetal

Das Umspannwerk Paderborn Süd, gelegen südlich der B 64 und östlich der Borchener Straße in Paderborn, ist ein 110-/20-kV-Umspannwerk von Avacon Netz GmbH und der Westfalen Weser Netz GmbH (WWN). Es bildet einen wichtigen Knotenpunkt im 110-kV-Netz und eine wichtige Übergabestelle zum 20-kV-Mittelspannungsnetz der WWN.

Avacon plant derzeit die Erneuerung der gesamten 110-kV-Anlage, etwas verschoben auf dem gleichen Grundstück. Die Erneuerung ist im Zeitraum 2020 bis 2022 vorgesehen.

Bestehendes Umspannwerk Paderborn Süd
Bestehendes Umspannwerk Paderborn Süd

Gemäß § 43 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) bedürfen die Errichtung, der Betrieb und die Änderung von Hochspannungsfreileitungen mit einer Nennspannung ab 110 kV (ausgenommen Bahnstromfernleitungen) der Planfeststellung durch die nach Landesrecht zuständige Planfeststellungsbehörde. Zudem richtet sich die Durchführung des Planfeststellungverfahrens nach den Vorschriften der §§ 72 ff. des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG).

Durch den Verlauf der 47 Kilometerlangen 110-kV-Leitung von Twistetal nach Paderborn/Süd in Hessen und den Regierungsbezirken Arnsberg und Detmold in NRW ist auf Basis der Gebietsstruktur jeweils ein separates Planfeststellungsverfahren, d.h. insgesamt drei separate Planfeststellungsverfahren, vorgegeben.

Das Planfeststellungsverfahren zielt auf die Feststellung eines Planes ab, durch den ein bestimmtes raumbezogenes Vorhaben mit rechtsgestaltender Wirkung für zulässig erklärt wird.

Ein Verfahren erfolgt mit dem Antrag des Vorhabenträgers, hier Avacon Netz. Hierzu hat der Vorhabenträger umfangreiche Unterlagen einzubringen, die das Vorhaben ausführlich z.B. an Hand eines Erläuterungsberichtes, Lageplänen und Grundstückverzeichnissen beschreibt. Ferner werden die Eingriffe in die Umwelt auf Basis der gesetzlichen Anforderungen und abhängig von den lokalen Gegebenheiten innerhalb unterschiedlicher Umweltunterlagen (LBP, UVS, FFH-VP) bewertet. Der Umfang der Unterlagen und des Untersuchungsrahmens erfolgen im Vorfeld in Abstimmung mit der Planfeststellungsbehörde.

Innerhalb von drei Wochen nach Einreichung der Planfeststellungsunterlagen durch den Vorhabenträger veranlasst die zuständige Planfeststellungsbehörde die Auslage der vollständigen Unterlagen in den vom Vorhaben betroffenen Kommunen für einen Zeitraum von einem Monat.

Ab Beginn der Auslage besteht für jeden, dessen Belange durch die Planung berührt werden, bis für den Zeitraum von zwei Wochen nach Beendigung der Auslegung, die Möglichkeit sich zum Vorhaben zu äußern. Einwendungen, die nach Überschreiten dieser Frist eingereicht werden, können nicht mehr berücksichtigt bzw. eingeklagt werden.

Gleichzeitig erfolgt im Ermessen der Planfeststellungsbehörde u.a. die Beteiligung von Fachbehörden und anerkannten Naturschutzverbänden, deren Aufgabenbereich durch die Planung berührt werden. Die Beteiligten müssen innerhalb des Zeitraums von maximal drei Monaten eine Stellungnahme einreichen.

Die Stellungnahmen und Einwendungen werden von der Planfeststellungsbehörde gesammelt und dem Vorhabenträger zur Prüfung und Beantwortung zur Verfügung gestellt.

Der Erörterungstermin, sofern erforderlich, erfolgt i.d.R. spätestens drei Monate nach Ablauf der Einwendungsfrist. Zu der Erörterung wird von der Anhörungsbehörde der Vorhabenträger, die Genehmigungsbehörde, betroffene Behörden und Einwender eingeladen. (Aufgrund bundeslandspezifischer Unterschiede kann, aber muss nicht per se, die Planfeststellungsbehörde die Funktion der Anhörungsbehörde innehaben).

Innerhalb des Erörterungstermines werden die rechtzeitig abgegebenen Stellungnahmen und Einwendungen mit dem Vorhabenträger, den Behörden, den Betroffenen sowie den Einwendern erörtert. Sollten sich aufgrund der Erörterung Planänderungen ergeben, kann gegebenenfalls nochmals eine Beteiligung im Hinblick auf die Anpassungen der ursprünglich eingereichten Planfeststellungsunterlagen erfolgen.

Das Ergebnis des Erörterungstermins wird festgehalten und dient der Planfeststellungsbehörde letztendlich zur Abwägung aller im Verfahren zu berücksichtigenden Belange. Im Resultat wird durch die Planfeststellungsbehörde der Planfeststellungsbeschluss mit all seinen Rechtswirkungen erlassen. Die Planfeststellung hat hierbei Konzentrationswirkung und vereint die für den Bau erforderlichen Genehmigungen innerhalb einer Genehmigung, dem Planfeststellungsbeschluss. Etwaige Auflagen, die aus Sicht der Planfeststellungsbehörde zwingend durch den Vorhabenträger für die Umsetzung des Vorhabens zu berücksichtigen sind, finden sich innerhalb der Nebenbestimmungen des Planfeststellungsbeschlusses.

Download - Ablauf eines Planfeststellungsverfahrens

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