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110-kV-Leitung Twistetal - Paderborn/Süd

Der Ausbau regenerativer Stromerzeugung für die Energiewende und als Beitrag zum Klimaschutz erfordert einen Aus- und Umbau der Stromnetzinfrastruktur. Hierzu erneuern wir die 60 Jahre alte 110-Kilovolt (kV) Leitung Twistetal-Paderborn, um vermehrt die in der Region erzeugte regenerative Energie in das Höchstspanungsnetz übertragen und die Leitung langfristig betriebssicher zu halten.

Eine sichere und kostengünstige Versorgung mit elektrischer Energie ist der gesetzliche Auftrag der Avacon Netz GmbH. Um das Verteilnetz der 110-kV-Ebene betriebssicher zu halten, sind regelmäßige Bau- und Wartungsarbeiten an Leitungen und Anlagen erforderlich. Dies gilt auch für die Leitung zwischen Twistetal und Paderborn, bei der nach 60 Jahren Betrieb die Maste sowie die Beseilung ersetzt werden. Dieser sogenannte Ersatzbau wird dabei weitgehend trassengleich gebaut. Das bedeutet, dass sich die neue Leitung weitestgehend am Verlauf der bestehen orientiert. An einigen Stellen können auch geringfügige Optimierungen einzelner Maststandorte vorgenommen werden.

Die 47 Kilometer lange Leitung verläuft vom hessischen Twistetal, Nähe Korbach, ins nordrhein-westfälische Paderborn. Die Strecke in Hessen verläuft auf einer Länge von neun Kilometern durch den Landkreis Waldeck-Frankenberg bis zum angrenzenden Bundesland. Der Großteil von 38 Kilometern zieht sich durch den Hochsauerlandkreis sowie den Landkreis Paderborn in Nordrhein-Westfalen. Insbesondere durch die Einbindung der in der Region bereits bestehenden und noch entstehenden Windkraftanlagen ist auch die 110-kV-Leitung von Hessen bis nach Nordrhein-Westfalen Teil der Energiewende.

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Das Projekt des Ersatzneubaus der 110-kV-Leitung von Twistetal nach Paderborn erreicht einen weiteren Meilenstein: Mit insgesamt drei Anträgen auf Planfeststellung reicht Avacon als Vorhabenträgerin die gesamte technische Planung bei den zuständigen Behörden ein. Damit werden die für den Bau vorgeschriebenen (§ 43 Energiewirtschaftsgesetz, EnWG) und nach den Vorschriften des Verwaltungsverfahrensgesetzes (§§ 72 ff., VwVfG) geregelten Genehmigungsverfahren in Gang gesetzt.

Da das Vorhaben durch insgesamt drei Landkreise in zwei unterschiedlichen Bundesländern verläuft sind drei voneinander unabhängige Genehmigungsverfahren bei drei verschiedenen Behörden notwendig – namentlich bei den Bezirksregierungen in Arnsberg und Detmold sowie dem Regierungspräsidium Kassel.

Die dabei eingereichten Planunterlagen sind das Ergebnis eingehender fachplanerischer Untersuchungen und Vermessungen sowie von Abstimmungen mit den zuständigen Behörden. Auch Vorschläge und Anregungen der Menschen aus der Region vor Ort haben wir geprüft und nach Möglichkeit in unsere Planungen aufgenommen. Die umfangreichen Unterlagen bestehen vor diesem Hintergrund insbesondere aus Lageplänen, Beschreibungen der technischen Ausführung der Leitung und Grundstückverzeichnissen. Ferner werden Baustellenflächen, Zufahrten und Wegenutzungspläne erläutert und im landschaftspflegerischen Begleitplan Eingriffe in Natur- und Landschaft ermittelt, bewertet und erforderliche Kompensations- bzw. Ausgleichsmaßnahmen erarbeitet.

Einen Überblick über die gesamten Unterlagen erhalten Sie anhand unserer Lesehilfe unter „Ablauf Genehmigungsverfahren“.

So geht es weiter – Einsichtnahme und Stellungnahmen 

Im Anschluss veranlassen die jeweils zuständigen Behörden die öffentliche Auslegung der vollständigen Antragsunterlagen in allen Kommunen entlang der Leitungsführung. Dort sind die Unterlagen dann für den Zeitraum von einem Monat einsehbar. Über den Zeitpunkt der Auslegung wird vorab in der lokalen Presse informiert. Darüber hinaus veröffentlichen die Genehmigungsbehörden die Unterlagen auch online.

Ab Beginn der Auslage besteht für jede und jeden, dessen Belange durch die Planung berührt werden, bis zu dem Zeitpunkt zwei Wochen nach Beendigung der Auslegung die Möglichkeit, sich zum Vorhaben zu äußern. Einwendungen, die nach Überschreiten dieser Frist eingereicht werden, können nicht mehr berücksichtigt bzw. eingeklagt werden.

Gleichzeitig erfolgt im Ermessen der Planfeststellungsbehörde eine Beteiligung von Fachbehörden und anerkannten Naturschutzverbänden, deren Aufgabenbereich durch die Planung berührt werden. Diese Beteiligten müssen innerhalb des Zeitraums von maximal drei Monaten eine Stellungnahme einreichen.

Alle Stellungnahmen und Einwendungen werden von der Planfeststellungsbehörde gesammelt und dem Vorhabenträger zur Prüfung und Beantwortung zur Verfügung gestellt.

Abschluss des Verfahrens: Erörterungstermin und Planfeststellung 

Im sogenannten Erörterungstermin – in der Regel spätestens drei Monate nach Ablauf der Einwendungsfrist und auf Einladung der Anhörungsbehörde – werden die vorgetragenen Stellungnahmen und Einwendungen von den Behörden mit allen Beteiligten und dem Vorhabenträger diskutiert und die Argumente gegeneinander abgewogen. Dies kann zu einer Veränderung der Planung führen. Diese Veränderungen werden in ein Planänderungsverfahren im laufenden Hauptverfahren eingebracht. Im Planänderungsverfahren werden die gleichen Verfahrensschritte durchlaufen wie im Hauptverfahren, jedoch ausschließlich für den geänderten Sachverhalt. Je nach Umfang kann auf einen Erörterungstermin verzichtet werden.

Im Resultat wird durch die Planfeststellungsbehörde der Planfeststellungsbeschluss mit all seinen Rechtswirkungen erlassen. Die Planfeststellung hat hierbei Konzentrationswirkung und vereint alle für den Bau erforderlichen Genehmigungen innerhalb des so genannten Planfeststellungsbeschlusses. Etwaige Auflagen, die aus Sicht der Planfeststellungsbehörde zwingend durch den Vorhabenträger für die Umsetzung des Vorhabens zu berücksichtigen sind, finden sich innerhalb der Nebenbestimmungen des Planfeststellungsbeschlusses.

Wenn das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen ist, kann der Bau der Leitung beginnen. Alle Informationen rund um die Ausführung und den Zeitplan finden Sie dann auf dieser Projektwebseite. 

Die geplante 110-kV-Leitung wird als Doppelleitung mit zwei 110-kV-Systemen errichtet. Zu einem Stromsystem gehören immer drei Leiterseile, sodass zwischen den Masten zukünftig sechs Leiterseile gespannt werden. Zum Vergleich: Die Bestandsleitung, die ursprünglich als 220-kV-Leitung geplant wurde, transportierte bisher ebenfalls zwei Systeme.

Die neuen Maste, im sogenannten Donaumastprofil, werden mit feuerverzinktem Stahl errichtet. Die durchschnittliche Höhe beträgt rund 35 Meter. Die Höhe der einzelnen Maste richtet sich jedoch nach dem Geländeverlauf und kann daher variieren. Da die bestehende Leitung jedoch ursprünglich als 220-kV-Leitung geplant wurde, können wir bei unseren Planungen bisweilen auch, im Vergleich zu den Bestandsmasten, schlankere Varianten prüfen.
Um auch den Anforderungen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung unter den Leiterseilen Rechnung zu tragen, planen wir unsere Leitung zudem mit einem Mindestbodenabstand von 8,50 Meter. Darüber hinaus erfolgt an zahlreichen Stellen die Einbindung der regionalen Windkraftanlagen.

Download - Tragmaste

Start- und Endpunkt der Leitung bilden zum einen das Umspannwerk „Twistetal“ im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg, sowie zum anderen das Umspannwerk Paderborn-Süd im Süden der westfälischen Stadt.

Bei dem 380-/110-kV-Umspannwerk Twistetal handelt es sich um ein gemeinschaftliches Umspannwerk der Tennet TSO GmbH und der Avacon Netz GmbH. Es bildet damit einen Netzverknüpfungspunkt vom Hochspannungsnetz (110-kV-Netz) der Avacon zum Höchstspannungsnetz (380-kV-Stromnetz) der TenneT. Die 110-kV-Leitung Twistetal – Paderborn startet in dem 110-kV-Anlagenteil der Avacon. Im Rahmen des Leitungsersatzbaus sind hier nur kleine Umbaumaßnahmen notwendig.

Das Umspannwerk Paderborn-Süd, gelegen südlich der B 64 und östlich der Borchener Straße in Paderborn, ist ein 110-/20-kV-Umspannwerk von Avacon Netz GmbH und der Westfalen Weser Netz GmbH (WWN). Es bildet einen wichtigen Knotenpunkt im 110-kV-Netz und eine wichtige Übergabestelle zum 20-kV-Mittelspannungsnetz der WWN. Avacon plant derzeit die Erneuerung der gesamten 110-kV-Anlage, etwas verschoben auf dem gleichen Grundstück. Die Erneuerung ist im Zeitraum bis 2022 vorgesehen.

Bestehendes Umspannwerk Twistetal
Bestehendes Umspannwerk Twistetal

Bestehendes Umspannwerk Paderborn Süd
Bestehendes Umspannwerk Paderborn Süd

 

Gemäß § 43 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) bedürfen die Errichtung, der Betrieb und die Änderung von Hochspannungsfreileitungen mit einer Nennspannung ab 110 Kilovolt (ausgenommen Bahnstromfernleitungen) der Planfeststellung durch die nach Landesrecht zuständige Planfeststellungsbehörde. Zudem richtet sich die Durchführung des Planfeststellungverfahrens nach den Vorschriften der §§ 72 ff. des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG).

 

Durch den Verlauf der 47 Kilometer langen 110-kV-Leitung von Twistetal nach Paderborn/Süd ist auf Basis der Gebietsstruktur in allen drei Landkreisen ein separates Planfeststellungsverfahren vorgegebenen, die jeweils von unterschiedlichen Behörden geführt werden. Jedes Planfeststellungsverfahren zielt auf die Feststellung eines Planes ab, durch den ein raumbezogenes Vorhaben mit rechtsgestaltender Wirkung für zulässig erklärt wird.

 

Das Verfahren beginnt mit dem entsprechenden Antrag durch die Avacon Netz. Hierzu hat der Vorhabenträger umfangreiche Unterlagen einzubringen, die das Vorhaben ausführlich durch unter anderem einen Erläuterungsberichte, Lagepläne und Grundstückverzeichnisse beschreibt. Ferner werden die Eingriffe in die Umwelt auf Basis der gesetzlichen Anforderungen und abhängig von den lokalen Gegebenheiten innerhalb unterschiedlicher Umweltunterlagen bewertet. Der Umfang der Unterlagen und des Untersuchungsrahmens wird bereits im Vorfeld mit den Planfeststellungsbehörden abgestimmt.

 

Innerhalb von drei Wochen nach Einreichung der Planfeststellungsunterlagen durch den Vorhabenträger veranlasst die zuständige Planfeststellungsbehörde die Auslage der vollständigen Unterlagen in den vom Vorhaben betroffenen Kommunen für einen Zeitraum von einem Monat. Ab Beginn der Auslage besteht für jeden, dessen Belange durch die Planung berührt werden, bis zu dem Zeitpunkt zwei Wochen nach Beendigung der Auslegung, die Möglichkeit sich zum Vorhaben zu äußern. Einwendungen, die nach Überschreiten dieser Frist eingereicht werden, können nicht mehr berücksichtigt beziehungsweise eingeklagt werden.

 

Gleichzeitig erfolgt im Ermessen der Planfeststellungsbehörde unter anderem die Beteiligung von Fachbehörden und anerkannten Naturschutzverbänden, deren Aufgabenbereich durch die Planung berührt werden. Die Beteiligten müssen innerhalb des Zeitraums von maximal drei Monaten eine Stellungnahme einreichen. Die Stellungnahmen und Einwendungen werden von der Planfeststellungsbehörde gesammelt und dem Vorhabenträger zur Prüfung und Beantwortung zur Verfügung gestellt.

 

Der Erörterungstermin, sofern erforderlich, erfolgt in der Regel spätestens drei Monate nach Ablauf der Einwendungsfrist. Zu der Erörterung wird von der Anhörungsbehörde der Vorhabenträger, die Genehmigungsbehörde, betroffene Behörden und Einwender eingeladen. Innerhalb des Erörterungstermines werden die rechtzeitig abgegebenen Stellungnahmen und Einwendungen mit dem Vorhabenträger, den Behörden, den Betroffenen sowie den Einwendern erörtert. Sollten sich aufgrund der Erörterung Planänderungen ergeben, kann gegebenenfalls nochmals eine Beteiligung im Hinblick auf die Anpassungen der ursprünglich eingereichten Planfeststellungsunterlagen erfolgen.

 

 

 

Das Ergebnis des Erörterungstermins wird festgehalten und dient der Planfeststellungsbehörde letztendlich zur Abwägung aller im Verfahren zu berücksichtigenden Belange. Im Resultat wird durch die Planfeststellungsbehörde der Planfeststellungsbeschluss mit all seinen Rechtswirkungen erlassen. Die Planfeststellung hat hierbei Konzentrationswirkung und vereint die für den Bau erforderlichen Genehmigungen innerhalb einer Genehmigung, dem Planfeststellungsbeschluss. Etwaige Auflagen, die aus Sicht der Planfeststellungsbehörde zwingend durch den Vorhabenträger für die Umsetzung des Vorhabens zu berücksichtigen sind, finden sich innerhalb der Nebenbestimmungen des Planfeststellungsbeschlusses.

Download - Ablauf eines Planfeststellungsverfahrens

Häufig gestellte Fragen

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