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110-kV-Leitung Wasserleben - Dingelstedt

Im nördlichen Harzvorland plant die Avacon Netz GmbH den Ausbau des vorhandenen Netzes zu einem 110 kV-Harzring. Mit dem Ringschluss verbessern sich sowohl die Versorgungssicherheit als auch die Aufnahmefähigkeit für den in der Region erzeugten Strom aus Erneuerbaren Energien.

Im ersten Bauabschnitt des künftigen Harzringes sollen rund 20 Kilometer 110 kV-Leitung vom Umspannwerk Wasserleben nach Dingelstedt gebaut werden. Zusammen mit der 110 kV-Leitung ist in Dingelstedt auch der Neubau eines Umspannwerkes geplant. Im Zuge der Baumaßnahmen wird zudem das Mittelspannungsnetz optimiert und damit die Versorgungsbereiche der Umspannwerke verkleinert. Dadurch erhöht sich die Versorgungssicherheit in der Vorharzregion spürbar, da auftretende Störungen im Mittelspannungsnetz sich regional in einem deutlich kleineren Bereich auswirken.

Im weiteren Ausbau soll die Hochspannungsleitung von Dingelstedt über Schwanebeck und Halberstadt bis zum Umspannwerk Harsleben führen. In Schwanebeck und Halberstadt sind ebenfalls neue Umspannwerke geplant. 

Aktuell befindet sich Avacon für den rund 20 Kilometer langen Leitungsabschnitt von Wasserleben nach Dingelstedt in der Planungsphase der möglichen Trasse. Dabei wird der südliche Trassenverlauf I für die Ausführung als Kabel und der nördliche Verlauf IA für die Ausführung als Freileitung geplant (s. Übersichtskarte). Parallel dazu werden die technische Planung, der Landschaftspflegerische Begleitplan (LBP) einschl. des avifaunistischen Gutachtens und die Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) erstellt.

Der Plan zeigt die jeweilige Achse der Kabel- und Freileitungtrasse, auf der die Leitung nach derzeitigem Planungsstand verlaufen könnte.

Dabei kann es bei der weiteren Planung noch zu Verschiebungen, jedoch innerhalb des jeweiligen Korridors I oder IA kommen.

Des Weiteren wird geprüft, ob im weiteren Verfahren die Ausführung der Leitung als Kabel oder Freileitung verfolgt wird.

Download der Übersichtskarte

 

Die gesetzliche Grundlage für unseren Netzausbau ist das Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung, kurz: Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Ziel des Gesetzes ist eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche Versorgung der Allgemeinheit mit Strom und Gas, die zunehmend auf erneuerbaren Energien beruht, sowie die Sicherung eines leistungsfähigen und zuverlässigen Stromnetz-Betriebs. Im § 43 h des EnWG ist geregelt, dass Hochspannungsleitungen auf neuen Trassen grundsätzlich unterirdisch verlegt werden müssen, sofern die Gesamtkosten für Errichtung und Betrieb eines Erdkabels maximal 2,75-mal so hoch sind wie für eine technisch vergleichbare Freileitung und naturschutzfachlichen Belange, wie beispielsweise die Querung eines Feuchtbiotops, einer Erdverkabelung nicht entgegenstehen. Ist der Gesamtkostenfaktor höher, so kann eine Freileitung beantragt werden. Avacon entscheidet bei jedem Projekt nach einer gründlichen Einzelfallprüfung, ob ein Erdkabel oder eine Freileitung beantragt wird. Dabei berücksichtigen wir natürlich auch die Ziele des § 1 des EnWG „eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung“ zu gewährleisten.

2-systemiger Freileitungsmast von Avacon
Freileitungsmast

Variante Freileitung

  • Trassenlänge: ca. 23 km
  • Trassenbreite: ca. 22 m Traversenbreite
                             ca. 35 m Schutzbereich
  • Höhe der Gittermaste: ca. 30 m
  • Spannfeldlänge. 300 – 350 m
  • Ausführung: 2 Systeme
Erdkabel 110 kV Avacon
Erdkabel

Variante Erdkabel

  • Trassenlänge: ca. 20 km
  • Trassenbreite: 10 m
  • Kabelquerschnitt: 2.500 mm² (Aluminium)
  • Kabeldurchmesser: 12,5 cm
  • Ausführung: 3 Systeme
    3 Kabel je System plus Fernmeldekabel
  • Verbindungsmuffen: ca. alle 900 m

Im Rahmen des Bauprojektes ist in  Dingelstedt der Bau eines neuen Umspannwerkes geplant. Das vorhandene Umspannwerk in Wasserleben wird weiter betrieben, jedoch im Falle eines 110-kV-Kabels ausgebaut. Im Zuge des weiteren Ausbaus des Harzringes sind auch in Halberstadt und Schwanebeck zwei neue Umspannwerke vorgesehen.

Umspannwerk Wasserleben im Harzring im Netzgebiet von Avacon
Umspannwerk Wasserleben

gebaut von Avacon
Beispiel für ein neues Umspannwerk

Bisherige und geplante Schritte bei der Planung/Genehmigung der 110-kV-Leitung Wasserleben-Dingelstedt:

  • Durchführung eines Raumordnungsverfahrens über Landesverwaltungsamt in Halle mit Beteiligung der Landesbehörden/Landkreise/Gemeinden/Städte – 2015/16
  • Technische Planung und Vermessung, Planungsabfragen an „Träger öffentlicher Belange“ (TöB) – seit Oktober 2017
  • Festlegung der Ausführungsvariante gemäß §43h EnWG, Trassenfeinplanung, Eigentümerkontakte – ab Ende 2018
  • Erstellung der Umweltgutachten, Erarbeitung der Antragsunterlagen für das Planfeststellungsverfahren - ab Anfang 2019
  • Einreichung der Planunterlagen, Beantragung der Planfeststellung – Ende 2019
  • Planfeststellungsverfahren beim Landesverwaltungsamt in Halle – Dauer ca. 1 - 2 Jahr bis Erlass eines Planfeststellungsbeschlusses
  • Baubeginn – ab ca. 2021

Häufige Fragen und Antworten