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110-kV-Leitung Dinklage - Essen

Die Energiewende ist in vollem Gange. Vor allem die Windkraft trägt dazu bei, dass bereits heute mehr Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugt wird, als das bestehende Leitungsnetz aufnehmen kann. Die Avacon Netz GmbH modernisiert daher ihre Stromnetze und sichert so auch die zukünftige Versorgung. Dies betrifft auch die bestehende Freileitung von Dinklage nach Essen. 

Die Energiewende bedeutet nicht nur eine Umstellung auf Erneuerbare Energiequellen. Insbesondere die Windkraft ist ein Niedersachsen prägendes Beispiel. Durch sie wird bereits heute mehr Strom erzeugt, als unsere Leitungsnetze derzeit aufnehmen können. Um die Stabilität der Netze zu garantieren und auch den zusätzlichen Strom heute wie zukünftig in die überregionalen Höchstspannungsleitungen einspeisen zu können, müssen auch die regionalen Verteilnetze an die neuen Herausforderungen angepasst werden. Dadurch kann der regional erzeugte Strom auch in die Industriezentren gebracht werden und somit einen weiteren Beitrag zur Energiewende leisten.

Dies betrifft auch die bestehende 110-kV-Freileitung zwischen den Umspannwerken (UW) in Dinklage und Essen. Mit dem Ersatzbau dieser gut 15 Kilometer langen Leitung kommt die Avacon Netz GmbH ihrem gesetzlichen Auftrag nach, das Stromnetz zukunftsorientiert zu verstärken. Um die Übertragungskapazität der Leitung zu erhöhen werden dabei die bestehenden Masten durch neue ersetzt. Die Maststandorte bleiben weitestgehend gleich. Lediglich die Austrittsmaße der Masten werden sich, aufgrund der veränderten statischen Anforderungen, geringfügig vergrößern. Zugleich entstehen durch die neue Planung jedoch auch Möglichkeiten zur Optimierung der bisherigen Maststandorte. Für die technische Planung des Ersatzbaus wurde die Firma SPIE SAG beauftragt.

Derzeit läuft die technische Planung für die Freileitung zwischen dem UW Dinklage und dem UW Essen. Noch vor Beginn der formellen Verfahren (siehe „Genehmigungsverfahren“) setzt die Avacon Netz GmbH auf einen transparenten und frühzeitigen Austausch mit den Betroffenen. Unsere Planungsverantwortlichen gehen dabei auf alle Eigentümerinnen und Eigentümer persönlich zu, um entstehende Fragen etwa zu Dienstbarkeiten und Entschädigungen individuell zu besprechen.

Auch darüber hinaus ist die Avacon Netz GmbH bemüht, die interessierte Öffentlichkeit in den Planungsprozess einzubeziehen. Die ursprünglich bereits für den März 2020 geplanten Bürgerdialoge in Essen und Dinklage wurden zum Schutz unserer aller Gesundheit vor dem Hintergrund der aktuellen Verbreitung des Corona-Virus verschoben. Wir werden die Termine jedoch schnellstmöglich nachholen. Bei diesen frei zugänglichen Veranstaltungen können sich alle Interessierte über die Leitungsplanung informieren sowie ihre Fragen und Anliegen im persönlichen Austausch mit unseren Planenden einbringen. 

Download der Gesamtübersicht
Download der Prinzipskizze -  Bestandstragmast
Download der Prinzipskizze - neuer Tragmast

Auf der Bestandsleitung wird derzeit ein Stromsystem geführt. Zu einem Stromsystem gehören immer drei Leiterseile. Um den Anforderungen einer gesteigerten Übertragungsfähigkeit entsprechen zu können, wird die geplante Ersatzbauleitung als Doppelleitung mit zwei 110-kV-Systemen – also insgesamt 6 Leiterseiten – errichtet. Wir planen unsere Leitung mit einem Mindestbodenabstand von 8,50 Meter, um auch den Anforderungen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung unter den Leiterseilen Rechnung zu tragen.

Um während der Bauphase die Stromversorgung aufrecht zu erhalten, wird in dieser Zeit eine temporäre provisorische Leitung parallel zur Trasse gebaut. Sobald die neue Leitung in Betrieb genommen ist, wird das Provisorium wieder vollständig zurückgebaut.  

Download Mastgegenüberstellung

Start- und Endpunkt der gut 15 Kilometer langen Leitung bilden zum einen das Umspannwerk „Essen“ sowie zum anderen das Umspannwerk „Dinklage“.

Im Rahmen des Leitungsersatzbaus sind nur kleine Umbaumaßnahmen an den Umspannwerken notwendig.

UW Essen

UW Dinklage

Aktuell laufen die technischen Planungen des Projekts. Diese Vorarbeiten im Bereich der Vermessung und des Naturschutzes, aber auch die Gespräche mit den Eigentümerinnen und Eigentümern sind die Grundlage für die Erstellung des Planfeststellungsunterlagen  

Das Planfeststellungsverfahrens ist das gesetzlich vorgeschriebene Verfahren für die Genehmigung von Stromleitungen. Es regelt rechtsverbindlich den Bau und Betrieb der Höchstspannungsleitung sowie den Leitungsverlauf und die Maststandorte.

Mit dem Antrag auf Planfeststellung reicht Avacon die gesamte technische und grundstücksscharfe Planung bei der zuständigen Behörde, der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, ein. Die Unterlagen beinhalten zum Beispiel der Beschreibung der Leitungsausführung sowie der Ausweisung von Baustellenflächen, Zufahrten und Wegenutzungsplänen. Darüber hinaus werden im landschaftspflegerischen Begleitplan Eingriffe in Natur- und Landschaft ermittelt, bewertet und erforderliche Kompensations- bzw. Ausgleichsmaßnahmen geplant.

Der Umfang der Unterlagen und des Untersuchungsrahmens erfolgen im Vorfeld in Abstimmung mit der Planfeststellungsbehörde.

Innerhalb von drei Wochen nach Einreichung der Planfeststellungsunterlagen durch den Vorhabenträger veranlasst die zuständige Planfeststellungsbehörde die Auslage der vollständigen Unterlagen in den vom Vorhaben betroffenen Kommunen für einen Zeitraum von einem Monat.

Ab Beginn der Auslage besteht für jeden, dessen Belange durch die Planung berührt werden, bis zu dem Zeitpunkt zwei Wochen nach Beendigung der Auslegung, die Möglichkeit sich zum Vorhaben zu äußern. Einwendungen, die nach Überschreiten dieser Frist eingereicht werden, können nicht mehr berücksichtigt bzw. eingeklagt werden.

Gleichzeitig erfolgt im Ermessen der Planfeststellungsbehörde unter anderem die Beteiligung von Fachbehörden und anerkannten Naturschutzverbänden, deren Aufgabenbereich durch die Planung berührt werden. Die Beteiligten müssen innerhalb des Zeitraums von maximal drei Monaten eine Stellungnahme einreichen.

Die Stellungnahmen und Einwendungen werden von der Planfeststellungsbehörde gesammelt und dem Vorhabenträger zur Prüfung und Beantwortung zur Verfügung gestellt.

Im sogenannten Erörterungstermin werden die vorgetragenen Anregungen und Bedenken von der Behörde mit allen Beteiligten und dem Vorhabenträger diskutiert und die Argumente gegeneinander abgewogen. Dies kann zu einer Veränderung der Planung führen. Diese Veränderungen werden in ein Planänderungsverfahren im laufenden Hauptverfahren eingebracht. Im Planänderungsverfahren werden die gleichen Verfahrensschritte durchlaufen wie im Hauptverfahren bezogen auf den geänderten Sachverhalt. Je nach Umfang kann auf einen Erörterungstermin verzichtet werden.

Im Resultat wird durch die Planfeststellungsbehörde der Planfeststellungsbeschluss mit all seinen Rechtswirkungen erlassen. Die Planfeststellung hat hierbei Konzentrationswirkung und vereint die für den Bau erforderlichen Genehmigungen innerhalb einer Genehmigung, dem Planfeststellungsbeschluss. Etwaige Auflagen, die aus Sicht der Planfeststellungsbehörde zwingend durch den Vorhabenträger für die Umsetzung des Vorhabens zu berücksichtigen sind, finden sich innerhalb der Nebenbestimmungen des Planfeststellungsbeschlusses.

Häufig gestellte Fragen

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