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110-kV-Anschluss C-Port Friesoythe

Die Avacon Netz GmbH plant den Neubau einer ca. acht Kilometer langen 110-kV-Leitung vom bestehenden Umspannwerk Friesoythe zu einem sich in Planung befindlichen Umspannwerk Friesoythe/West der EWE Netz, nahe des interkommunalen Gewerbe- und Industriegebietes C-Port am Küstenkanal. Avacon schließt mit dem Leitungsneubau das neue Umspannwerk, wo der Strom von der Hoch- auf die Mittelspannungsebene und umgekehrt übertragen wird, an das Hochspannungsnetz an. Auf diese Weise kann einerseits dem steigenden Energiebedarf im Gewerbegebiet begegnet sowie andererseits eine zuverlässige und effiziente Stromversorgung für die Region sichergestellt werden. Mit dem Anschluss wird der geplanten Erweiterung des Gewerbe- und Industriegebiets C-Port am Küstenkanal Sorge getragen und so der Wirtschaftsstandort Friesoythe gestärkt.

Die Firma Hy2gen plant mit ihrem Projekt "Nautilus" am C-Port, jährlich 90.000 Tonnen CO2 aus einer nahegelegenen Biomasse-Anlage in 60.000 Tonnen Methanol umzuwandeln. Dieses Methanol wird als alternativer grüner Treibstoff für die Schifffahrt dienen. Dies zielt darauf ab, nicht nur einen bedeutenden Beitrag zur Reduzierung der CO2 -Emissionen zu leisten, sondern auch einen nachhaltigen Ansatz für die Treibstoffversorgung in der Schifffahrtsindustrie zu bieten.

Momentan befinden sich mögliche Trassenverläufe noch in Prüfung. In einem nächsten Schritt wird der Trassenkorridor bei der raumordnenden Behörde beantragt. Mit einer Festlegung ist im Rahmen des behördlichen Verfahrens im Oktober 2024 zu rechnen.

Ein hoher Grundwasserstand sowie viele Drainagen im Raum Friesoythe erschweren den Bau einer unterirdischen Kabelvariante. Dies würde den Aufwand und damit Kosten und die Bauzeit wesentlich erhöhen. Aus diesem Grund ist eine Freileitung mit ca. 30 Masten als südliche Umgehung des Stadtgebietes Friesoythe geplant. 

Eine Karte, die den Verlauf der 110-kV-Freileitung Friesoythe zeigt

Derzeit befinden sich mögliche Trassenvarianten in der Prüfung. Sobald ein Vorzugskorridor identifiziert ist, werden die nötigen Unterlagen für die Raumverträglichkeitsprüfung durch die Avacon Netz GmbH zusammengestellt. Avacon plant, die nötigen Unterlagen für die formelle Raumverträglichkeitsprüfung im Sommer 2024 bei der Behörde einzureichen. Mit einer Bestätigung ist im Rahmen des behördlichen Verfahrens im Oktober 2024 zu rechnen. Mögliche Trassenvarianten befinden sich in der Prüfung, wobei ein Vorzugskorridor identifiziert wurde.

Die gesetzliche Grundlage für unseren Netzausbau ist das Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung, kurz: Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Ziel des Gesetzes ist eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche Versorgung der Allgemeinheit mit Strom und Gas, die zunehmend auf erneuerbaren Energien beruht, sowie die Sicherung eines leistungsfähigen und zuverlässigen Stromnetz-Betriebs. § 43h des EnWG regelt den sogenannten Erdkabelvorrang und besagt, dass Hochspannungsleitungen auf neuen Trassen grundsätzlich unterirdisch verlegt werden müssen, sofern die Gesamtkosten für Errichtung und Betrieb eines Erdkabels maximal 2,75-mal so hoch sind wie für eine technisch vergleichbare Freileitung und naturschutzfachlichen Belange, wie beispielsweise die Querung eines Feuchtbiotops, einer Erdverkabelung nicht entgegenstehen. Ist der Gesamtkostenfaktor höher, so kann eine Freileitung beantragt werden. Avacon entscheidet bei jedem Projekt nach einer gründlichen Einzelfallprüfung, ob ein Erdkabel oder eine Freileitung beantragt wird. Dabei berücksichtigt Avacon auch die Ziele des § 1 EnWG „eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung“ zu gewährleisten. 

Variante Freileitung

Für die geplante Freileitungsvariante werden Stahlgittermasten mit einem sogenannten Donau-Mastbild des Typs „110 kV-Gestänge A-2-D-2013.1“eingesetzt. Dies bezeichnet die in Deutschland gängigen Hochspannungsmasten, bei denen auf der oberen Traverse je Seite ein Seil geführt wird, während auf der unteren Traverse zwei Seile pro Seite geführt werden.

  • Trassenlänge: ca. 8 km (ca. 30 Maste)
  • Trassenbreite: ca. 50m Schutzbereich & ca. 20m Traversenbreite
  • Höhe der Gittermaste: Die Masthöhe variiert aufgrund der technischen Anforderungen, der vorherrschenden Topografie und vorhandener Kreuzungen. Sie kann bei diesem Typ bis zu 35 m betragen.
  • Spannfeldlänge bis zu 400 m

Zusätzlich zu den Masten und der Trasse müssen auch Arbeitsflächen und sog. Zuwegungen berücksichtigt werden, die ebenfalls gesichert werden müssen.

Variante Erdkabel

Die geplante Erdkabeltrasse verläuft von ihrem Ursprungspunkt südlich aus dem bestehenden Umspannwerks Friesoythe durch Grünland, bevor sie östlich abbiegt und auf den Oldenburger Ring trifft. Von dort aus folgt sie dem Verlauf des Oldenburger Rings, überquert die Meeschenstraße, die Straße "Hinter der Burgwiese" und die Wangerooger Straße, bevor sie auf die Bundesstraße B72 trifft. Der geplante Verlauf sieht eine Querung der Bundesstraße B72 vor, um auf die westliche Seite dieser zu gelangen und von dort aus entlang der Bundesstraße über einen südlichen Abgang das geplante Umspannwerk Friesoythe/West zu erreichen.

Die Bodenverhältnisse (größtenteils Niedermoor-Böden) und die Topografie (Böschung) entlang der Bundesstraße B72 stellen jedoch eine große Herausforderung für die Verlegung eines Erdkabels dar. Um die Kabel zu verlegen, müssten die vielen Bäume entlang der Bundesstraße entfernt werden. Da an diesen Stellen keine tiefwurzelnden Bäume gepflanzt werden dürften, könnte der ursprüngliche Zustand nicht wiederhergestellt werden. Infolgedessen wird erwogen, anstelle einer Erdkabelvariante eine HDD-Bohrung für die Straßenquerung der Bundesstraße B72 durchzuführen. Dies würde die Notwendigkeit der Entfernung von Bäumen minimieren und eine weniger invasive Alternative bieten. Allerdings erfordert auch die HDD-Bohrung Start- und Zielgruben, was zusätzlichen Raumbedarf bedeutet.

  • Trassenlänge: ca. 6,5 km
  • Trassenbreite: Der Kabelgraben ist etwa 5m breit. Zusammen mit dem Baufeld benötigt eine Kabelbaustelle etwa 25 Meter.
  • Kabelquerschnitt: 2500mm² Aluminium
  • Anzahl der Systeme: 2 Doppelsysteme, also 4 Systeme 

Ein Endpunkt der neuen Leitung wird das bisherige Umspannwerk Friesoythe (Zu den Weiden 2, 26169 Friesoythe). Als zweiter Endpunkt wird westlich von Friesoythe, nahe des Gewerbegebiets C-Port am Küstenkanal, ein neues Umspannwerk „Friesoythe/West“ von der Firma EWE Netz GmbH entstehen. Der Trassenneubau wird das bestehende mit dem neuen Umspannwerk verbinden.  

Frühjahr 2024 Mögliche Varianten des Trassenkorridors werden durch die Avacon Netz GmbH entwickelt und bei der zuständigen Behörde im Rahmen einer Raumverträglichkeitsprüfung eingereicht.
Herbst 2024 Die Raumordnungsbehörde gibt die genaue Lage des festgelegten Trassenkorridors bekannt. Hierbei handelt es sich um einen Bereich, innerhalb dessen die Stromtrasse verlaufen soll. Dieser Korridor wurde unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren wie Umweltauswirkungen, bestehender Infrastruktur und Raumplanung festgelegt. Ferner erläutert die Behörde die Gründe für die Wahl dieses speziellen Trassenkorridors. Das können ökologische, wirtschaftliche oder technische Aspekte sein.
Herbst 2025 Die Planungen des Leitungsneubaus sind abgeschlossen, Umweltverträglichkeitsprüfungen durchgeführt, Stellungnahmen und Anliegen Betroffener sowie von Fachexpertinnen und -experten wurden eingeholt und bearbeitet. Auf dieser Grundlage können nun die sogenannten Planfeststellungsunterlagen bei der Genehmigungsbehörde eingereicht werden. Hiermit stellen wir sicher, dass der Leitungsneubau verantwortungsbewusst, rechtskonform und unter Berücksichtigung von Umwelt- sowie der Interessen der Bürgerinnen und Bürger erfolgt. 
Frühjahr 2027 Durch sorgfältige Vorbereitung der Planfeststellungsunterlagen sowie die frühzeitige Einbeziehung aller relevanten Perspektiven, erwarten wir einen reibungslosen Ablauf während der Prüfung und einen Beschluss durch die Behörde im Frühjahr 2027. 
Frühjahr 2027 Der formelle Beschluss dient als Grundlage für den Baubeginn, der nun erfolgen kann.
Herbst 2028 Mehrere Bauteams treiben das Projekt parallel voran, so dass von einer Inbetriebnahme der neuen Leitung zum Herbst 2028 ausgegangen werden kann.

*Dieser Zeitplan bildet die aktuelle Planung ab und stellt damit grobe Richtwerte dar. Verschiedene Faktoren und äußere Umstände können zu Verzögerungen im Projektverlauf führen (bspw. Dauer des Genehmigungsverfahrens, neue Auflagen und Anforderungen, technische Herausforderungen, etc.).

Häufig gestellte Fragen

und ihre Antworten erhalten Sie in unserem FAQ.

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